KI Predictions 2026
Führende KI-Expert:innen teilen ihre Einschätzungen zur Zukunft der Künstlichen Intelligenz – von Agentic AI über KI am Arbeitsplatz bis zu den Auswirkungen auf Demokratie, Kreativität und Gesellschaft.
Vorwort
KI entwickelt sich rasant – und mit ihr die Anforderungen an uns alle. Was heute noch Zukunftsmusik ist, kann morgen bereits Standard sein. Genau deshalb haben wir für diese Predictions-Sammlung Expert:innen aus unterschiedlichsten Bereichen zusammengebracht: von Technologie über Management bis hin zu Kreativität und Demokratie.
Was mich persönlich bei der Lektüre dieser Beiträge am meisten beeindruckt hat: Es geht nicht um die Tools – es geht um uns. Um unsere Fähigkeit zu lernen, zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Die Technologie wird immer leistungsfähiger, aber der entscheidende Unterschied entsteht durch die Menschen, die sie einsetzen.
Deshalb sehe ich Kompetenz- und Wissensaufbau als den zentralen Erfolgsfaktor für 2026 und darüber hinaus. Nicht das beste Tool gewinnt, sondern wer versteht, wann und wie man es einsetzt. Wer Zusammenhänge erkennt, Risiken einschätzen kann und die Fähigkeit entwickelt, KI sinnvoll in Arbeits- und Denkprozesse zu integrieren.
Diese Predictions sollen inspirieren, zum Nachdenken anregen und vor allem: zum Handeln motivieren. Denn die beste Zeit, KI-Kompetenz aufzubauen, war gestern. Die zweitbeste ist jetzt.
Viel Freude beim Lesen – und vor allem beim Umsetzen.
Redaktion und Konzeption: Johanna Weiermann, mit Einblicken von Expert:innen aus unterschiedlichen Fachbereichen.
Expert:innen-Einblicke
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KI am Arbeitsplatz 2026
„2026 wird KI endgültig zur Basis-Infrastruktur im Job, weil die Hürden fallen: Mitarbeiter werden immer versierter und die Tools verstehen unsere ‚natürliche Sprache' immer besser. Ich sage dem Tool einfach, was ich will, und die KI baut es für mich."
Herleitung: Woran wir das merken?
An drei Dingen:
- KI hält stark Einzug ins Privatleben – wer die Tools dort nutzt, holt auch im Job mehr raus.
- Microsoft als Marktführer am Arbeitsplatz investiert massiv in Copilot, um die Technik in Arbeitsprozessen nutzbar zu machen.
- Wir erleben den Shift zum „Vibe Coding": Während Low-Code für viele noch zu technisch war, reicht jetzt eine simple Beschreibung des Workflows und die KI setzt es um – das macht komplexe Automatisierung endlich für alle easy.
Foto: Stefanie Freynschlag
KI und Demokratie
Was uns 2026 in Sachen KI & Demokratie bringen wird
Die Art, wie wir uns politisch schlau machen, hat sich in den vergangenen Jahren leise verschoben: Früher haben wir gesucht, geklickt, gelesen. Heute erwarten wir kurze Antworten mit Quellen und der Option, auch nachzufragen. KI hat diese Erwartungen von Bürgerinnen und Bürgern nicht neu erfunden, aber sie bedient diese mittlerweile so gut, dass Kontaktformulare, Linksammlungen oder politische Campaigning-Aktionen wie „Schick deinem Abgeordneten eine Nachricht" veraltet wirken.
Gleichzeitig steht Demokratie unter Beschuss: Polarisierung, Vertrauensverlust, Desinformation. In diesem Umfeld werden neue und schwer kontrollierbare Technologien wie KI zuerst als Risiko gelesen. Der Reflex ist Vorsorge: einfangen, bremsen, absichern und zwar oft, bevor klar ist, welcher demokratische Nutzen überhaupt möglich ist.
Mein Blick auf 2026 ist deshalb weder euphorisch noch resigniert. Ich erwarte drei Entwicklungen:
1) Inkrementelle KI in der Politik: pragmatisch statt disruptiv
2026 wird kein Jahr autonomer „Agentic"-Demokratie, sondern kontrollierter Experimente. Österreich liefert dafür ein prägnantes Bild: Am 11. Dezember 2025 sprach der ÖVP-Abgeordnete Klaus Fürlinger als erster im Nationalrat mit einer KI-Stimme. Nicht als Gag, sondern als inklusives Hilfsmittel, um trotz Erkrankung politisch hörbar zu bleiben. KI ermächtigte ihn, etwas zu tun, wozu er trotz demokratischer Machtposition bisher nicht imstande war.
Ähnlich praktisch wirkt der Einsatz in Verwaltung und Regulierung: Der AI-Act-Chatbot der RTR-KI-Servicestelle übersetzt schon jetzt komplexes EU-Recht in verständliche Antworten auf Basis relevanter Fachdokumente. Das ist keine Revolution, aber ein echter Abbau von Zugangsbarrieren. Oder Städte-Chatbots, etwa in Wien, funktionieren wie digitale Amtswege-Vereinfacher.
2) KI wird zur Infrastruktur fürs Zuhören, nicht fürs Entscheiden
2026 wird KI im Bereich Political Listening und Advocacy deutlich professioneller eingesetzt werden – vor allem dort, wo demokratische Prozesse bisher an Komplexität oder Ressourcen gescheitert sind. Der größte Hebel von KI in der Demokratie liegt im neuen Jahr daher nicht im Automatisieren von Politik, sondern im besseren Verstehen unserer Gesellschaft.
Anwendungen wie parlament.fyi, Pol.is, „Talk to the City" in Taiwan, Cortico oder Resistbot funktionieren dabei wie unterschiedliche Mikrofone im demokratischen Raum: Sie machen sichtbar, was gesagt wird und was bisher untergeht.
„Nicht die lauteste Meinung setzt sich durch, sondern jene, die sichtbar gemacht wird. Und KI entscheidet zunehmend, was sichtbar ist."
3) ROI wird zur Schicksalsfrage
Spätestens 2026 dominiert die unbequeme Frage: Was ist uns KI für die Demokratie wert? Und sie kommt zur ungünstigsten Zeit. Denn Österreich steht unter massivem Budgetdruck und dabei wird demokratische KI schnell als „spompanadl" abgetan. Das ist riskant, weil viele Angebote nur wie kostenlos wirken: Betrieb, Infrastruktur und Pflege zahlen stets andere.
Wenn der Staat nicht als Vorbild in eigene, vertrauenswürdige Infrastruktur investiert, passiert eine stille UX-Ablöse: Die besten Interfaces wandern hinter Paywalls und öffentliche Angebote wirken im Vergleich „wie aus der Vergangenheit".
Unser Neujahrsvorsatz für 2026 sollte daher lauten: Gerade jetzt braucht es staatliche Vorbildwirkung zu echter „digitaler Souveränität": Investitionen in eigene digitale Infrastruktur, in Open Data, datensouveräne Plattformen und vertrauenswürdige KI-Stacks.
„Der Kernkonflikt 2026 lautet daher: Wird KI für Demokratie als verzichtbarer Luxus behandelt – oder als Teil öffentlicher Grundversorgung?"
Foto: Kulturschmid
Agentic AI 2026
1. Daten
Daten werden sich als kritischer Erfolgsfaktor für agentische KI-Lösungen herausstellen – wie bereits bei anderen technologischen Durchbrüchen.
Seit Beginn der aktuellen KI-Revolution ist klar: Context is King. Wie gut ein generatives KI-Modell Aufgaben lösen kann, hängt stark vom bereitgestellten Kontext ab. Bei autonomen Agenten gilt dies doppelt: Sie müssen zeit- und kosteneffizient sowie passgenau Informationen abfragen, um in der Organisation wirksam zu sein. Die Erfassung, Aufbereitung und Bereitstellung dieser Daten wird mittel- und langfristig zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
2. State of the Art AI Tools in der europäischen Cloud
Meine These: 2026 werden in Europa zahlreiche neue Anbieter DSGVO-konformer Enterprise-Cloud-Lösungen auf den Markt kommen.
Immer mehr Menschen gewöhnen sich privat – und manchmal heimlich auch beruflich – an die Nutzung modernster High-End-Modelle (GPT-5, Gemini 3, Sonnet 4.5). Europäische Unternehmen können diesen Standard in der Regel nicht bieten, da regulatorische Vorgaben sie einschränken oder sie den juristischen Aufwand scheuen. Mit dem Aufkommen von AI Agents, die eigenständig auf Unternehmensdaten zugreifen, wird diese Lücke noch kritischer. Anbieter konformer, europäisch gehosteter KI-Cloud-Tools erschließen hier einen riesigen Markt.
3. Revolution der Softwareentwicklung
Die Softwareentwicklung wird 2026 weiterhin tiefgreifende Veränderungen erleben. Während Entwickler sich meiner Einschätzung nach keine Sorgen um ihre Jobs machen müssen, werden sich Arbeitsweise und Ergebnisqualität nachhaltig wandeln.
Coding hat sich bereits als Kernkompetenz großer Sprachmodelle etabliert. Mit dem Trend zu Agentic AI gehen diese Modelle nun einen Schritt weiter: Tools wie GitHub Copilot, Claude Code und Cursor arbeiten zunehmend autonom und liefern Ergebnisse, die bis vor Kurzem undenkbar waren. Die Entwicklung hin zu Coding Agents als eigenständige Teammitglieder wird die Softwareentwicklung grundlegend verändern.
Menschliche Kompetenzen im KI-Zeitalter
1. AI-Literacy als Klassenfaktor
Generative KI wirkt zunehmend wie eine Massentechnologie: breit verfügbar, leicht zugänglich, in vielen Arbeitskontexten selbstverständlich. Man könnte meinen, KI-Zugang für alle bedeutet gleiche(re) Chancen für alle. Aber dieser Eindruck von Gleichheit täuscht. Gleicher Zugang kann zu sehr unterschiedlichen Wirkungen führen.
Warum? Der entscheidende Faktor ist nicht Nutzung, sondern Beherrschung. Es war noch nie einfacher, KI zu nutzen, und noch nie schwieriger, sie wirksam einzusetzen. Kurz: Teil der Kompetenz ist die Fähigkeit, KI gezielt in Arbeits- und Entscheidungsprozesse einzubetten.
Diese Kompetenz kann sich über Zeit aufbauen und akkumuliert sozial und wirtschaftlich. Personen, Teams und Organisationen, die kontinuierlich mit KI arbeiten, experimentieren und ihre Nutzung reflektieren, entwickeln schrittweise Vorsprünge. Diese zeigen sich nicht in spektakulären Sprüngen, sondern in stabilen Effekten: höherer Qualität, besserer Entscheidungsfähigkeit, größerer Sichtbarkeit und nachhaltiger Produktivität. Wer diese Kompetenz nicht aufbaut, fällt nicht abrupt zurück, sondern verliert allmählich Anschluss.
Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen: Unterschiede zwischen gestaltenden und reagierenden Akteuren vertiefen sich: Organisationen mit hoher AI-Literacy gewinnen Handlungsspielräume, während andere KI-Output nur konsumieren und sich an Entwicklungen orientieren müssen, die anderswo entschieden werden.
„Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wer Zugang zu KI hat, sondern wessen Verständnis sich über Zeit akkumuliert."
2. Nutzung ohne Verständnis
Künstliche Intelligenz ist eines der leistungsfähigsten Werkzeuge, die wir je zur Unterstützung menschlichen Denkens entwickelt haben. Richtig eingesetzt, kann sie Lernen vertiefen, Kreativität erweitern und Zusammenarbeit verbessern. Gerade deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen, wie diese Wirkung entsteht – und warum sie sich nicht automatisch einstellt.
Aktuelle Forschung und Praxiserfahrung zeigen ein konsistentes Muster: Der Nutzen von KI hängt weniger vom Tool ab als davon, wie sie in Denkprozesse eingebettet wird. Intensive Nutzung allein führt nicht zwangsläufig zu besserem Denken. Sie kann Denkprozesse verstärken – oder verkürzen.
Der entscheidende Hebel liegt in der Reihenfolge:
- KI entfaltet ihre Stärke dort, wo sie menschliches Denken herausfordert, strukturiert oder erweitert. Sie wirkt produktiv, wenn sie nach eigener gedanklicher Vorarbeit eingesetzt wird: zur Kritik, zur Verdichtung, zur Perspektivenerweiterung.
- Setzt sie früher an, übernimmt sie Aufgaben, aus denen Urteilsfähigkeit entsteht – etwa Problemformulierung, Unsicherheitsabwägung oder das Durchdenken von Alternativen.
Der Wert von KI für Individuen und Organisationen entsteht dort, wo sie Denken stärkt, statt es zu verkürzen.
3. Wir lesen KI falsch
Viele Menschen lesen KI falsch bzw. zu kurzfristig. Denn oft wird unterschätzt oder nicht verstanden, wie technischer Fortschritt tatsächlich verläuft.
KI entwickelt sich nicht gleichmäßig, sondern entlang einer gezackten Fähigkeitsgrenze: Systeme sind in manchen Bereichen bereits sehr (manchmal übermenschlich) leistungsfähig, z. B. in Mathematik. In anderen Bereichen sind sie überraschend begrenzt, z. B. wenn sie sich viele Dinge innerhalb eines Chats merken und anwenden sollen. Der Grund dafür sind Bottlenecks, also Engpässe.
„Diese Engpässe erzeugen leicht den Eindruck, KI könne eine bestimmte Aufgabe grundsätzlich nicht lösen. In vielen Fällen liegt die Blockade aber an einem Flaschenhals."
Ein gutes Beispiel dafür sind Präsentationen: Große Sprachmodelle konnten schon lange Inhalte strukturieren und Folien logisch aufbauen. Trotzdem wirkten die Ergebnisse unbrauchbar, weil visuelle Qualität ein Engpass war. Als Bildgenerierung deutlich besser wurde und Text- und Bildmodelle sinnvoll kombiniert wurden, wurden die Präsentationen „plötzlich" viel brauchbarer.
Der sprunghafte Eindruck des KI-Fortschritts entsteht also durch sich öffnende Flaschenhälse. Sobald ein Engpass behoben wird, kann sich die gesamte Anwendungskette abrupt verändern. Fortschritt wirkt dann rückblickend plötzlich, obwohl er lange vorbereitet wurde.
Ich glaub, es ist eine gute Idee, KI-Ergebnisse nicht isoliert zu lesen, sondern im Hinterkopf zu behalten, dass viele heutige Grenzen weniger über das Potenzial von KI aussagen als über den Engpass, der sie gerade bremst. Und Engpässe können sich schneller auflösen, als man „2026" sagen kann.
KI und Management 2026
01 – KI wird Führungsthema, nicht Tool-Thema
2026 entscheidet sich der KI-Erfolg weniger in Piloten, sondern daran, ob Führung systematisch „Erlaubnisräume" (Guidelines, Zeit, Prioritäten, Vorbildnutzung) schafft und KI-Kompetenz als Teil von Performance, Verantwortung und Lernen verankert. Unternehmen skalieren nicht die besten Tools, sondern die besten Entscheidungsmodelle, weil ohne klare Verantwortungslogik jede Automatisierung zur Governance-Falle wird.
02 – Prozesse werden „AI-ready"
Menschen designen, Agenten führen aus, Teams steuern Outcomes. Organisationen, die 2026 erfolgreich sind, bauen Prozesse konsequent agentenfähig (klare Inputs, Qualitätskriterien, Eskalationspfade) – und verschieben Führung von „Aufgaben verteilen" hin zu Ergebnissteuerung, Kontext geben und Lernen sichern.
03 – KI wird zur Kulturveränderung
Unternehmen werden nicht durch die besten KI-Tools erfolgreich, sondern durch den Wandel der internen Kultur: weil nur akzeptierte Technologie genutzt wird – und alles andere bleibt teure Schatten-IT oder passive Verweigerung. Daher wird KI-Transformation über den wahren KI-Erfolg entscheiden.
Foto: Ines Thomsen
KI und Social Media 2026
Prediction 1: Agentische KI wird Social Media von innen heraus umbauen
Meta hat Manus gekauft, eine Firma, die agentische KI entwickelt. Meine These: 2026 wird sichtbar, dass Social Media sich nicht durch neue Content-Formate verändert, sondern dadurch, dass KI innerhalb der Plattformen eigenständig handelt.
Der Mechanismus dahinter: Social-Media-Plattformen erreichen eine Skalierungsgrenze. Milliarden User, Milliarden Interaktionen täglich. Das ist manuell nicht mehr steuerbar. Agentische KI übernimmt deshalb zunehmend Aufgaben: automatisierte Antworten, Priorisierung von Nachrichten, Koordination, Moderation.
Was das konkret bedeutet: Social Media verschiebt sich vom Publikationsort zum Handlungssystem. Nicht „ich poste etwas", sondern „ein System agiert in meinem Namen". Meta kauft Manus nicht für Innovation, sondern weil ihre Plattformen ohne autonome Systeme organisatorisch kollabieren würden. 2026 wird diese Verschiebung erstmals im Mainstream spürbar.
Prediction 2: Sora wird auf Social Media scheitern, trotz technischer Brillanz
Sora hat 2024/25 für Aufmerksamkeit gesorgt, aber keine nachhaltige Nutzung erzeugt. Meine These: 2026 wird Sora 2 keine relevante Rolle auf Social Media spielen. Nicht wegen der Technologie, sondern wegen fehlender Integration.
Der Grund: Auf Social Media setzt sich nicht durch, was technisch beeindruckt, sondern was sich nahtlos in bestehende Nutzungsroutinen einfügt. Sora verlangt einen Umweg: App öffnen, Video generieren, exportieren, auf einer anderen Plattform hochladen. Und das ohne natürlichen Anwendungsfall im Workflow.
Vergleich: Meta baut KI-Tools direkt in Instagram und Facebook. User denken nicht darüber nach, sie nutzen sie einfach. Sora hingegen existiert isoliert. Ohne Feed, ohne sozialen Kontext, ohne klare Antwort auf die Frage „Wozu genau brauche ich das in meinem Alltag?"
„Das Muster: Technologie ohne Nutzungskontext bleibt Demo. 2026 wird das bei Sora brutal deutlich werden."
Prediction 3: Distribution schlägt Qualität – Meta AI wird ChatGPT auf Social Media überholen
Meine These: 2026 wird Meta AI auf Social Media erfolgreicher sein als ChatGPT. Nicht weil es besser ist, sondern weil es besser integriert ist.
Die Mechanik: Meta AI sitzt direkt in WhatsApp, Instagram, Facebook. Keine separate App, kein Extra-Login, kein Kontextwechsel. ChatGPT hingegen verlangt, dass User ihre gewohnte Umgebung verlassen. Selbst wenn die Technologie überlegen ist.
Das Grundprinzip: Auf Social Media gewinnt nicht die beste KI, sondern die am wenigsten Reibung verursacht. User nehmen das Tool, das bereits da ist. Sie optimieren nicht, sie nutzen das Bequemste.
Beispiel aus der Vergangenheit: Google+ hatte technisch bessere Features als Facebook, aber Facebook hatte die User bereits. Meta AI folgt derselben Logik: Nicht Innovation, sondern Integration entscheidet. 2026 wird sich zeigen, dass Plattform-Zugang wichtiger ist als Modell-Qualität.
KI und Fotografie/Kreativität
1. KI wird allgegenwärtig
KI ist im kreativen Prozess angekommen – überall. Von der Konzeption über Ideenfindung bis hin zu Bildgenerierung und Bildbearbeitung. Entscheidend ist dabei nicht das Tool, sondern das Mindset. Wer versteht, was er oder sie tut, erkennt: KI-Systeme lassen sich in nahezu jeder Rolle einsetzen – nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung des eigenen Denkens.
„KI verstärkt Kreativität und verschiebt sie zugleich. Sie hilft, eigene Hürden zu überwinden – und öffnet Räume für visuelle Lösungen, die vorher außerhalb der eigenen Vorstellungskraft lagen."
Aber: Der Mensch bleibt der entscheidende Faktor. KI ist kein kreatives Subjekt, sondern ein Verstärker menschlicher Entscheidungen.
2. Klassische Fotografie wird zum emotionalen und kulturellen Qualitätsmerkmal
Entgegen vieler Erwartungen wird klassische Fotografie nicht verschwinden – sie wird wertvoller. Das hat nicht nur mit der kommenden Kennzeichnungspflicht für KI-generierte und KI-bearbeitete Inhalte (ab August 2026) zu tun. Der eigentliche Treiber liegt tiefer: Das visuelle Pendel schlägt immer stärker in Richtung digital erzeugter Pixelwelten aus.
Gerade deshalb gewinnen echte Fotografien massiv an Bedeutung. Sie stehen für:
- reale Situationen
- echte Emotionen
- nicht reproduzierbare Momente
- menschliche Nähe
In einer Welt, in der Bilder zunehmend erzeugt statt erlebt werden, wird das Erlebte selbst zum Wert.
Für Marken bedeutet das: Authentizität wird nicht nur kommuniziert, sondern sichtbar gemacht. Echte Fotografie wird zum bewussten Statement – besonders im Premium- und Luxussegment, aber zunehmend auch darüber hinaus.
Fotografie – analog wie digital – wird damit: ein emotionales Gegengewicht zur KI-Ästhetik, ein Zeichen von Vertrauen und Glaubwürdigkeit, ein kulturelles Qualitätsmerkmal.
3. Was Kreative jetzt lernen müssen (nicht toolbezogen)
Die wichtigsten Kompetenzen für die kommenden Jahre sind:
- Verständnis für Ethik & Bias
- rechtliche Rahmenbedingungen
- Offenheit für neue Prozesse
- Rückbesinnung auf den eigenen Stil und die eigene Haltung
Wer weiß, wofür er oder sie steht, kann KI sinnvoll einsetzen. Co-Creation mit KI ermöglicht heute Dinge, die früher nur hoch spezialisierten Kreativen vorbehalten waren. Die Umsetzung wird demokratischer – der kreative Weg wird entscheidend.
Human Centered & Human in the Loop wird zur Grundhaltung kreativer Arbeit
Mit der zunehmenden Integration von KI-Tools in nahezu alle kreativen Anwendungen wird eines immer wichtiger: der Mensch als aktiver Entscheidungsträger im Prozess.
Human Centered Approach bedeutet in diesem Kontext nicht „KI vermeiden", sondern KI bewusst einsetzen – mit klarer menschlicher Verantwortung.
Human in the Loop heißt:
- Der Mensch setzt den Rahmen
- Der Mensch trifft die finalen Entscheidungen
- Der Mensch trägt Verantwortung für Wirkung, Aussage und Konsequenzen
KI-Tools können vorschlagen, variieren, beschleunigen – aber sie verstehen weder Kontext noch Bedeutung im menschlichen Sinn.
„Je leistungsfähiger KI-Tools werden, desto wichtiger wird Urteilskraft, Haltung und Empathie. Nicht als Gegenpol zur Technologie – sondern als ihr notwendiges Korrektiv. KI kann Prozesse optimieren. Aber Sinn, Verantwortung und Vertrauen bleiben menschlich."
Bereiten Sie Ihr Team auf 2026 vor
Unsere Expert:innen vermitteln praxisnahes KI-Wissen in maßgeschneiderten Workshops – von Agentic AI über KI-Strategie bis zu branchenspezifischen Anwendungen.
Referent:innen für KI-Bildung
Unser Team vereint Oxford-Absolventen und Forbes 30 Under 30 Ausgezeichnete. Mit Expertise in Recht, Cybersecurity, Ethik und Technologie stehen wir für Inklusion und digitales Mindset. Wir fördern Female Entrepreneurship, sind Expert:innen in Künstlicher Intelligenz und arbeiten mit Leidenschaft und Überzeugung.
Am wichtigsten: Die Zusammenarbeit mit uns ist fachlich kompetent, angenehm – und macht Spaß.
Lukas Görög
AI-Strategist & Leiter der Akademie
Fokus: Medien, Strategie & Management. AI Lead mit Erfahrung im Aufbau von KI-Teams. KI-Strategie und Projekte in 12 Ländern.
Johanna Weiermann
KI-Marketing & Medien
AI Oxford Programm Absolventin. Spezialisierung auf KI im Marketing, Medien und Content-Strategie. Projektmanagement & Kampagnenführung.
Julius Fiegl
KI-Agenten & Automatisierung
Datenanalyse & BI-Spezialist. Experte für Agentic AI, intelligente Workflows und KI-Mitarbeiter. Projekte in 9 Branchen.
Eleonora Kernmayer-Farr
Microsoft Copilot & M365
Enterprise AI & Copilot-Integration. Spezialisiert auf Microsoft 365 KI-Tools, Produktivitäts-Workflows und KI im Unternehmensalltag.
Dominik Loidl
KI-Recht, AI-Act & Cloud
Rechtsanwalt & WU-Lektor. Spezialisiert auf KI-Haftung, EU AI-Act, Datenschutz und regulatorische Compliance.
Lisa Höllbacher
KI & Innovation
Forbes 30 Under 30. Deep-Tech Gründerin mit Fokus auf digitalen Humanismus, KI-Businessmodelle und nachhaltige Innovation.
Dr. Iuliana Beșleaga
KI in Medizin & Pharma
Doktorat in Chemie. Expertin für KI in der Arzneimittelforschung, klinische Studien und GMP-regulierte Prozesse.
David Gunnarsson
KI & Vibe Coding
12+ Jahre Entwickler. Co-Founder GitHub Top 4 Projekt. KI-Integration in bestehende Systeme und Softwareentwicklung mit LLMs.
Johannes Flachberger
KI & Cybersecurity
MSc Cybersecurity. Experte für KI-Sicherheitsrisiken, Schutzmechanismen und Hochsicherheitssysteme. Kritische Infrastruktur.
Ines Thomsen
AI Fusion Fotografie
Internationale Keynote Speakerin. KI-gestützte Bildgestaltung, visuelle Storytelling und kreative AI-Workflows.
Rafael Bueno de Mesquita
AI Music Experte
15+ Jahre Musikproduktion. Gründer AIDIO. Pionier für KI-gestützte Audio-Produktion und generative Sounddesign-Workflows.
Simon Hirtz
KI & Architektur
Architekt & Designer. Generative Workflows, Data-Guiding und KI-Visualisierung für Entwurf, Präsentation und Wettbewerbe.
Marcus Stade
KI & Dateninfrastruktur
Datapipelines, Analytics Engineering und LLM-Anbindung. Gründer Analytics Pioneers – größte Analytics Community im DACH-Raum.
Florian Zsifkovics
KI, Content & Journalismus
Content Creator & Journalist (Standard, ORF, Wiener Zeitung). Fokus: Engagement mit KI in Social Media und visuelle Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen.
Wilhelm Steiner
KI Design & Multimedia
Grafiker & Lektor. Generative Bildbearbeitung, Corporate Design mit KI und visuelle Kommunikation. Jung von Matt, Red Bull.
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